PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1.1 Geschäftsmodell der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH ist ein international operierender Anbieter und Hersteller faseroptischer Messtechnik zur Überwachung von verschiedenen physikalischen Größen wie Beschleunigung, Dehnung, Temperatur oder Druck und darauf aufbauender Datenanalyse zur Optimierung von Industrieanlagen. Seit 2010 baut das Unternehmen Domänenwissen, technische und digitale Kompetenz sowie Prozess- und Methodenwissen kontinuierlich aus und agiert als leistungsfähiger Technologie- und Innovationspartner mit dem Schwerpunkt Windenergie. Seit 2018 ist die Firma mit einer eigenen Tochtergesellschaft in China präsent. Im Jahr 2020 kam es zu einer Akquisition von 100% der Gesellschaftsanteile durch die dänische VC VIII PolyTech Holding ApS, mit Sitz in Bramming.

Hauptziel des Unternehmens ist weiterhin, Windenergieanlagen mit Hilfe robuster und langlebiger Sensorik in Kombination mit der Datenanalyse hierdurch generierter oder anderweitig zur Verfügung stehender Informationen intelligenter und effizienter zu machen. Dabei wird das Neuanlagengeschäft (Marktsegment Greenfield) über die Hersteller, sowie das Bestandsanlagengeschäft (Marktsegment Brownfield) über die Betreiber von Windenergieanlagen adressiert. Das Leistungsportfolio umfasst den Verkauf faseroptischer Messprodukte, Entwicklungsdienstleistungen, Software, Zusatzausrüstung und Software-as-a-Service-Angebote.

1.2 Forschung und Entwicklung (FuE)

Die vom Unternehmen angebotenen Kundenlösungen basieren auf innovativen Produkten und spezifischen Softwareapplikationen. Deshalb hat die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH im Geschäftsjahr 2021 ihre Technologie- und Innovationsstrategie konsequent weiterverfolgt, so dass bis Jahresende wieder eine Reihe neuer Patente weltweit angemeldet werden konnten. Auch konnten in 2021 wieder Technologie- und Innovationsprojekte, teilweise in gemeinsamer Entwicklung mit Kunden und namhaften Forschungseinrichtungen, in den Bereichen Effizienzsteigerung von Windenergieanlagen, Datenanalyse und Machine Learning realisiert werden. Zudem lag in 2021 der Schwerpunkt in der Entwicklung eines GPS- Trackers (Logistic Hub) für die Überwachung und Ortung von Transportgestellen für Rotorblattsysteme und Turmsegmente in enger Zusammenarbeit mit der VC VIII PolyTech Holding ApS. Außerdem wurde die Entwicklung des LightningKeyDataSystem (LKDS3) zur Überwachung und Messung von Blitzeinschlägen im Rotorblatt in Zusammenarbeit mit der dänischen Muttergesellschaft vorangetrieben. Im Geschäftsjahr sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 3.678.678,54 Euro angefallen. Davon wurden Entwicklungskosten in Höhe von 319.177,00 Euro aktiviert. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH verfügt über eigene Abteilungen sowohl für die Neu- und Weiterentwicklung von Hardwareprodukten als auch für die Erstellung hochwertiger, digitaler Datenanalyse-Software zur Schaffung und zum Betrieb ganzheitlicher IIoT-Lösungen. Durch den Zusammenschluss im Jahr 2020 mit PolyTech steht neben einem umfangreichen Know-how-Austausch weitere Liquidität zur Verfügung, mit denen die Entwicklung und damit das Wachstum zusätzlich beschleunigt werden kann.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Branchenbezogene Betrachtung

Der deutsche Markt für Onshore-Windenergieanlagen war im Jahr 2021 laut dem Beratungsunternehmen Wood Mackenzie 1 im Vergleich zu 2020 im Aufschwung. Der deutsche Markt für Offshore-Windenergieanlagen war im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Der weltweite Windenergiemarkt konnte laut Daten von Wood Mackenzie das hohe Niveau von 2020 auch im Jahr 2021 mit leichten Verlusten fortsetzen. Krisenbedingte unterbrochene Lieferketten, gestiegene Kosten für Logistik und Rohstoffe setzen die Gewinnmargen der Anlagenhersteller zunehmend unter Druck. Trotz dieser Herausforderungen stieg die installierte Kapazität jedoch stetig an.

Aus der Umsatzentwicklung der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH ist ersichtlich, dass die Betreiber und Hersteller von Windenergieanlagen, trotz aktueller Herausforderungen, eine wachsende Investitionsbereitschaft für sensor- und softwaregestützte Überwachungs- und Steuerungslösungen haben. Dabei stellen sowohl das Neugeschäft mit den OEMs von Windenergieanlagen (Greenfield) als auch das Geschäft mit den Betreibern von bestehenden Windenergieanlagen (Brownfield) Wachstumsfelder für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH dar.

2.2 Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2021 der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH war stark von der globalen COVID-19-Pandemie geprägt. Besonders betroffen davon ist das Marktsegment Brownfield. Die Investitionsbereitschaft der Betreiber war auch in diesem Jahr weiterhin angespannt, da auch hier bei den Kunden eine starke Kontrolle der Ausgaben im Vordergrund stand. Dennoch ist das Geschäftsjahr 2021 auch nach Bereinigung um Sondereffekte (vgl. Ertragslage) sehr erfolgreich für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH verlaufen. Das Unternehmen konnte im Wesentlichen durch den Anstieg des Seriengeschäfts mit den OEMs um 79 % ein starkes Umsatzwachstum zum Vorjahr verzeichnen. Aufgrund der getroffenen Vorkehrungen, wie der Produktion in unterschiedlichen Schichten und klaren Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter, konnte die Gesellschaft ihr Geschäft wie gewohnt fortführen.

1 Wood Mackenzie Bericht "Project Database - Wind Power": https://identity.woodmac.com/sign-in?goto=https://power-and-renewables.woodmac.com/reportaction/PNRT-48/Toc, abgerufen am 06.04.2022

Die Treiber des Greenfield-Geschäfts blieben effizienzsteigernde und nutzungsdauerverlängernde Sensorlösungen in der Serienintegration, die dank der guten Auftragslage der Hersteller verstärkt nachgefragt wurden. Dabei positionierte sich insbesondere die chinesische Tochtergesellschaft fos4X Wind Power Technology (Beijing) Co., Ltd. weiterhin erfolgreich bei neuen chinesischen Herstellern.

Im Rahmen der Integration in die PolyTech-Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2021 Restrukturierungs- beziehungsweise Reorganisationsmaßnahmen durchgeführt.

2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH hat sich im Berichtsjahr, unter Bereinigung der Sondereffekte (vgl. Ertragslage), operativ wesentlich besser als erwartet entwickelt.

Das aktive Management des Working Capital aus dem Geschäftsjahr 2020 wurde auch in 2021 fortgesetzt. Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH sind die Umsatzerlöse sowie das Jahresergebnis nach Steuern.

2.3.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr um 11.723 TEUR auf 18.847 TEUR.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich bedingt durch den Jahresüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr von 43,0 auf 72,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch in diesem Berichtsjahr wurden neben den Patenten weitere immaterielle selbstgeschaffene Vermögensgegenstände weiterentwickelt und aktiviert. Es handelt sich dabei um eine digitale Softwareapplikation zur autonomen Kalibrierung von Rotorblättern (Autonomous Fingerprinting). Der Bestand an immateriellen Vermögensgegenständen ist im Geschäftsjahr auf 11 TEUR gesunken. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Veräußerung von selbstgeschaffenen sowie entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen an die VC VIII PolyTech Holding ApS.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich stichtagsbedingt um 147 TEUR auf 1.319 TEUR. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen um 12.271 TEUR auf 13.868 TEUR aufgrund der Veräußerung der immateriellen Vermögensgegenstände an die VC VIII PolyTech Holding ApS. Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen um 549 TEUR auf 605 TEUR. Der Anstieg resultiert stichtagsbezogen im Wesentlichen aufgrund Forderungen gegen Personal.

Der Lagerbestand an Roh-, Hilfs und Betriebsstoffen, unfertigen und fertigen Erzeugnissen sowie Waren stieg um 497 TEUR auf 1.473 TEUR.

Die Rückstellungen erhöhten sich um 1.935 TEUR auf 2.972 TEUR. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Rückstellungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen stichtagsbedingt um 213 TEUR auf 1.156 TEUR. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verringerten sich um 1.288 TEUR auf 635 TEUR aufgrund der Rückführung des Darlehens an die VC VIII PolyTech Holding ApS (vgl. Finanzlage). Die sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich stichtagsbedingt um 346 T€ auf 436 TEUR aufgrund kreditorischer Debitoren.

Das Working Capital (Differenz aus Umlaufvermögen ohne liquide Mittel und kurzfristigen Verbindlichkeiten) erhöhte sich im Jahr 2021 aufgrund des starken Wachstums sowie des Anstiegs der Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 15.027 TEUR (Vorjahr: 1.112 TEUR).

2.3.2 Finanzlage

Die Grundsätze des Finanzmanagements beruhen auf einer ausgewogenen liquiditätsbezogenen Vertragsgestaltung mit den Kunden und einem konsequenten Forderungsmanagement. Die seit 2018 bestehende Kontokorrentlinie wurde zum 27.01.2021 aufgelöst. Zum 11.02.2021 wurde eine Kreditrahmenvereinbarung in Höhe von 2.000 TEUR zwischen der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH und der VC VIII PolyTech Holding ApS in Form eines intra- group facility agreement geschlossen, um sicherzustellen, dass die Gesellschaft jederzeit in der Lage ist ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Der Zinssatz für jedes in Anspruch genommene Darlehen wird mit einem Zinssatz von 6 % zuzüglich EURIBOR pro Jahr verzinst. Das zum 14.09.2020 geschlossene nachrangige Darlehen in Höhe von 1.923 TEUR zwischen der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH und der VC VIII PolyTech Holding ApS wurde im Berichtsjahr vollständig zurückgeführt. Im Rahmen der Veräußerung der immateriellen Vermögensgegenstände wurde der VC VIII PolyTech Holding ApS zum 31.12.21 ein Darlehen in Höhe von 12.600 TEUR gewährt. Das Darlehen hatte eine Laufzeit bis 30.06.22, die bis zum 30.06.23 verlängert wurde. Das Darlehen wird mit einem Zinssatz von 3,25 % pro Jahr verzinst.

Die Bankguthaben verringerten sich von 888 TEUR auf 851 TEUR.

2.3.3 Ertragslage

Die Umsatzerlöse lagen bei 17.997 TEUR (Vorjahr: 10.443 TEUR), im Vorjahresbericht wurde eine Umsatzsteigerung über 50 % prognostiziert, womit die Prognose deutlich übertroffen wurde. Davon entfielen auf das Marktsegment Greenfield 14.684 TEUR (81 Prozent) und auf den Bereich Brownfield 2.303 TEUR (13 Prozent). Zudem wurden im Geschäftsjahr erstmals Umsätze aus gruppeninternen Entwicklungsdienstleistungen in Höhe von 1.010 TEUR (6 Prozent) erzielt. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung in Höhe von 7.554 TEUR (+72 Prozent) gegenüber dem Vorjahresumsatz in Höhe von 10.443 TEUR. Somit konnte der Umsatz im Marktsegment Greenfield um 6.496 TEUR (+79 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: 8.188 TEUR) gesteigert werden. Die Umsatzerlöse im Marktsegment Brownfield konnten ebenfalls um 48 TEUR (+2 Prozent) gesteigert werden (Vorjahr: 2.255 TEUR).

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus dem Verkauf von immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von 10.838 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) enthalten. Dies wird in diesem Lagebericht als Sondereffekte bezeichnet.

Der Personalaufwand betrug 7.242 TEUR (Vorjahr: 7.541 TEUR). Der Rückgang zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf einmalige Aufwendungen, die im Vorjahr durch die Übernahme der VC VIII PolyTech Holding ApS entstanden sind, zurückzuführen. Gegenläufig wirken sich Gehaltssteigerungen, Personalaufbau und einmalige Abfindungsvereinbarungen des Berichtsjahres aus.

Der Materialaufwand erreichte 6.578 TEUR (Vorjahr: 3.635 TEUR). Dadurch entwickelte sich eine Materialeinsatzquote von 37 Prozent (Vorjahr: 35 Prozent) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 2.751 TEUR (Vorjahr: 1.771 TEUR). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das erhebliche Umsatzwachstum zurückzuführen.

In der Bestandsveränderung in Höhe von 101 TEUR (Vorjahr: -18 TEUR) war eine Zunahme bei fertigen sowie eine Abnahme bei den unfertigen Erzeugnissen enthalten. Die aktivierten Eigenleistungen betrugen 114 TEUR (Vorjahr: 83 TEUR).

Das Ergebnis nach Steuern betrug 10.522 TEUR (Vorjahr: -2.373 TEUR). Diese Entwicklung ist neben dem starken Umsatzwachstum im Wesentlichen auf den Sondereffekt aus der Veräußerung der immateriellen Vermögensgegenstände in diesem Jahr zurückzuführen, wodurch das geplante Ergebnis weit übertroffen werden konnte.

Vor diesem Hintergrund beurteilt die Geschäftsführung den Geschäftsverlauf 2021 insgesamt als gut.

3. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

3.1 Chancen- und Risikobericht

Die womöglich größte Chance in 2021 für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH basiert auf der Übernahme durch die VC VIII PolyTech Holding ApS im Jahr 2020. Durch den Zusammenschluss wurde das Unternehmen zu einem ganzheitlichen Lösungsanbieter und Windblattspezialisten. Gemeinsam konnten neue Geschäftsbereiche innerhalb der Windbranche erschlossen werden.

Im Vergleich zu 2021 wird, laut Daten des Global Wind Energy Council 2 , der globale Windenergiemarkt im Jahr 2022 leicht wachsen. Die engsten Geschäftsbeziehungen unterhält die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH aktuell mit deutschen Herstellern. Da diese mittlerweile stark international ausgerichtet sind, stellt die generell niedrige Nachfrage im deutschen Markt für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH jedoch keine wesentliche Bedrohung dar. Vielmehr ergeben sich durch die sehr erfolgreiche Positionierung der mit PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH zusammenarbeitenden deutschen Hersteller im internationalen Markt große Absatzpotentiale-die im Wesentlichen auf den Einsatz innovativer Sensorik-Lösungen zurückzuführen ist.

Ein wesentliches Risiko für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH stellt der hohe Umsatzanteil mit einigen wenigen Kunden dar. Dieser Herausforderung begegnet das Unternehmen durch Anstrengungen zur Verbreiterung der Kundenbasis im Geschäft mit den Herstellern von Windenergieanlagen. Durch die Integration in die PolyTech-Gruppe sind hierbei in naher Zukunft deutliche Fortschritte zu erwarten. Das wichtigste Ziel ist jedoch, den Bestandskunden ein zuverlässiger und innovativer Partner zu bleiben.

Der 2020 begonnene Serienliefervertrag mit einem chinesischen Kunden konnte im Jahr 2021 erfolgreich umgesetzt und erweitert werden. Die Erfüllung dieser Serienlieferung bindet Ressourcen für Produktanpassungen sowie Logistik und Trainings. Der Verlust dieses Kunden an einen Wettbewerber stellt daher ein weiteres, nicht unerhebliches Risiko für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH sowie die chinesische Tochtergesellschaft dar, auch wenn dies durch die Aktivitäten anderer ebenfalls in China präsenten Unternehmen der PolyTech-Gruppe deutlich vermindert wird. Andererseits kann durch die Erfüllung der Serienlieferung die Position im chinesischen Markt erheblich gestärkt sowie der Grundstein für die Zusammenarbeit mit weiteren chinesischen Herstellern gelegt werden.

2 GWEC - Gobal Wind Report 2022, https://gwec.net/wp-content/uploads/2022/03/GWEC-GLOBAL-WIND-REPORT-2022.pdf, abgerufen am 02.11.2022

Bereits vor dem massiven Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa und der damit einhergehenden Schwierigkeiten in der weltweiten Versorgung mit Elektronikbauteilen und Rohstoffen hat die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und des Unternehmens getroffen. Zudem werden für die Produktion weitreichende Maßnahmenpläne umgesetzt, um eine funktionierende Produktion und Auslieferung sicherzustellen. Zugute kommt dabei, dass die Supply Chain unabhängig von der Pandemie weitestgehend redundant aufgebaut ist (vgl. Unternehmensspezifische Risiken) und langfristige und belastbare Partnerschaften mit Zulieferern aufgebaut hat, um die Versorgung auch in angespannten Phasen sicherzustellen. Zusätzlich wurde der Bestand an Rohmaterialien und fertigen Erzeugnissen erhöht, um auf kurzfristige Lieferausfälle oder Verzögerungen reagieren zu können. All diese Maßnahmen haben sichergestellt, dass die Gesellschaft ihr Geschäft aufrechterhalten konnte.

Aktuell beeinflusst das Coronavirus das Geschäft der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH nur geringfügig, da unsere Kunden langfristig planen und besonnen handeln. Auswirkungen aus längerfristigen Nachwirkungen der Corona-Pandemie werden nicht erwartet. Risiken liegen vor allem in möglichen länger andauernden Lockdowns in China und den damit einhergehenden Engpässen in den Lieferketten und der Erreichbarkeit der Endkunden in China. Die derzeitige Umbruchstimmung nutzt die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, um sich digital noch intensiver mit Lieferanten und Partnern auf der ganzen Welt zu vernetzen.

All dies, ergänzt um den verstärkten weltweiten Ausbau von erneuerbarer Stromerzeugung, sowie das wachsende Interesse von Öffentlichkeit und Politik, diesen Prozess zu beschleunigen, wird der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH auch zukünftig erhebliche Wachstumspotenziale eröffnen. Dies gilt insbesondere durch die aktuelle angespannte politische Lage und den Bedarf an energiepolitischer Unabhängigkeit.

Risiken aus Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg (u.a. Energie-, Material- und Logistikpreissteigerungen) wirken sich insbesondere aufgrund der geringen Energiemengen sowie betroffenen Materialien nicht wesentlich auf die Gesellschaft aus.

3.1.1 Unternehmensspezifische Risiken

Die unternehmensspezifischen Risiken werden im Folgenden absteigend nach ihrer Bedeutsamkeit dargestellt.

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH unterliegt mit ihren Produkten einem begrenzten Produkthaftungs- und Gewährleistungsrisiko für Serienfehler. Obwohl die Firma der Auffassung ist, durch die eingerichteten Versicherungsprogramme angemessen vor Haftungsansprüchen geschützt zu sein, kann nicht abschließend ausgeschlossen werden, dass künftig Forderungen entstehen und die Versicherungsdeckung nicht vollkommen ausreichend ist.

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH ist den allgegenwärtigen IT-Risiken z.B. durch Cyberattacken ausgesetzt. Der Konzern wirkt diesen durch einheitliche Schutzprogramme (aktuelle Virenschutzsoftware, Schulungsprogramme etc.) entgegen.

Darüber hinaus stellt die steigende Abhängigkeit von Lieferanten zur termingerechten Leistungserbringung vor allem bei Serienlieferungen ein ernst zu nehmendes Risiko dar. Dieser Herausforderung begegnet die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, indem sie das Lieferantenmanagement von der Auswahl über die Qualifizierung bis hin zur Auditierung verstärkt, und schwerpunktmäßig nur mit Lieferanten zusammenarbeitet, die sich in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen haben. Um einer weitergehenden Abhängigkeit vorzubeugen, werden konsequent Erst- und Zweitlieferanten qualifiziert und aufgebaut. Zudem wird die Versorgungssicherheit durch den Abschluss von Rahmenverträgen im Sinne einer langfristigen Kooperation abgesichert. Dennoch steigt grundsätzlich das Risiko für Lieferverzögerungen und Preissteigerungen durch kurzfristige lokale Lockdowns insbesondere in Asien oder Problemen auf dem Logistikweg.

Bedingt durch den nötigen Aufbau von Working Capital im Zuge der Produktions- und Absatzsteigerung sowie die laufenden Investitionen in neue Geschäftsmodelle stellt die Liquiditätssteuerung eine weitere wichtige Herausforderung dar. Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH wird diesem Anspruch durch ein aktives Lagermanagement, laufende Verhandlungen zu Zahlungsbedingungen, einem aktiven Forderungsmanagement sowie dem Einrichten von Kreditlinien innerhalb der PolyTech-Gruppe gerecht.

Die durch den Wettbewerb um Talente verstärkt auftretenden Engpässe an Führungskräften und Spezialisten bleiben ein weiterer immanenter Risikofaktor, dem durch globale Recruiting-maßnahmen innerhalb der Gruppe sowie durch externe Personaldienstleister entgegengewirkt wird.

3.1.2 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Bezogen auf die originären Finanzinstrumente, zu denen im Wesentlichen die liquiden Mittel und die Forderungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gehören, bestehen insbesondere Ausfall- und Liquiditätsrisiken in üblichem Umfang, maximal bis zur Höhe der jeweiligen Buchwerte. Ausfallrisiken werden durch Wertberichtigungen begegnet, Liquiditätsrisiken durch die Prüfung und Überwachung der Solidität der Kunden. Derivative Finanzinstrumente wurden nicht eingesetzt.

3.1.3 Risikomanagementsystem

Risikomanagement ist ein fundamentales Element der Geschäftspraxis auf allen Ebenen des Unternehmens und integraler Bestandteil der Geschäftsplanung und der Controlling Prozesse der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH.

Das bestehende Risikomanagementsystem wurde im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Wesentliche Risiken werden überwacht und regelmäßig in der Poly-Tech-Gruppe diskutiert, um Maßnahmen zur Abwendung dieser zu implementieren. Zudem wird durch regelmäßige interne Audits eine Früherkennung von Risiken unterstützt. Risiken werden zudem durch Versicherungen abgesichert, insoweit dies möglich ist.

Die Gesamtverantwortung für die Einrichtung und Aufrechterhaltung eines angemessenen und zielgerichteten Risiko-Früherkennungssystems trägt die Geschäftsführung der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH. Um dieser Verantwortung weiterhin gerecht werden zu können und die Effizienz des Unternehmens zu steigern, wird das Risikomanagementsystem der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH stetig weiterentwickelt. Die Maßnahmen zur Risikobewältigung werden zukünftig weiter systematisiert, die Risiken quantifiziert und die Frühwarnfunktion intern verstärkt.

Auf Basis der aktuell zur Verfügung stehenden Informationen sind keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Kombination den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten.

3.2 Compliance

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH unterliegt einer Vielzahl von gesetzlichen Regelungen und Vorschriften. Compliance allgemein steht für Regeltreue der Organisation gegenüber Compliance-Sachverhalten, d. h., für die Einhaltung von Gesetzen, öffentlichen bzw. behördlichen Verordnungen, Normen und Richtlinien.

Der „Compliance Code of Conduct" zeigt jedem Mitarbeiter die für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH zentralen Werte, Vorschriften und Verhaltensweisen auf und unterstreicht deren Verbindlichkeit. Wie schon in 2020 konnten die Mitarbeiter auch im Jahr 2021 das Hinweisgebersystem, das ihnen erlaubt, anonym auf möglicherweise nicht mit dem „Compliance Code of Conduct" vereinbare Vorgänge hinzuweisen, nutzen. Seit der Übernahme gelten die Compliance Regeln der PolyTech-Gruppe.

3.3 Prognosebericht

Die Integration der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH in die PolyTech-Gruppe gibt der Gesellschaft erheblichen Rückenwind. Automation und ein hoher Kapitaleinsatz ermöglichen eine höhere Produktivität. Auch das Budget für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Services kann gesteigert werden. Des Weiteren bietet der Bekanntheitsgrad und der Kundenzugang der PolyTech-Gruppe weitreichende Wachstumsmöglichkeiten.

Einhergehend mit der zunehmenden Größe und Komplexität sowie den damit steigenden Kosten für Windenergieanlagen wird weiterhin eine wachsende Nachfrage nach Sensorik und Software zur Effizienzsteigerung und Überwachung dieser Anlagen erwartet - da gleichzeitig die rein mechanische Optimierung von Windenergieanlagen größtenteils ausgeschöpft ist. Die nächste Welle der Innovation in der Windenergie wird durch die Einbindung zusätzlicher Daten aus neuartiger Sensorik sowie deren Analyse mittels geeigneter Software sowohl für Hersteller als auch für Betreiber getrieben. Der neuartigen Sensorik sowie deren darauf aufbauender Analyse und damit den Lösungen der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH werden damit sehr große Bedeutung zukommen.

Ein weiteres Marktpotential stellen bestehende Windenergieanlagen dar, deren Betriebserlaubnis in den nächsten Jahren erlischt. Durch eine geeignete Überwachung dieser Anlagen kann ein sicherer und wirtschaftlicher Weiterbetrieb gewährleistet werden. Dank der Positionierung der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH als herstellerunabhängiger Technologie- und Lösungsanbieter für die Optimierung von Windenergieanlagen ist eine steigende Nachfrage auch nach den in diesem Segment angebotenen Lösungen abzusehen.

Die zunehmende Nachfrage nach Softwarelösungen zur Optimierung von Windenergieanlagen stellt ein weiteres Wachstumsfeld für das Unternehmen dar. Perspektivisch kann die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH Softwarelösungen, die auf den Daten von beliebigen Sensoren aufbauen, anbieten. Dadurch ließen sich auch Betreiber und Hersteller von Windenergieanlagen, die bereits auf die Sensorlösung eines Drittanbieters setzen, als Kunden adressieren.

Weiterhin plant die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH die Serienintegration der eigenen Messtechnik im Geschäftsjahr 2022 mit weiteren OEMs voranzutreiben und in die Serienlieferung überzugehen.

Besonders durch die Erweiterung des Produktportfolios im Bereich der Überwachung und Ortung von Transportgestellen für Rotorblätter und Turmsegmente gibt dem Geschäft zusätzliches Wachstumspotential.

Für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH erwartet die Geschäftsführung im Geschäftsjahr 2022 gleichbleibend hohe Umsatzerlöse. Die Geschäftsführung erwartet, dass das Jahresergebnis nach Steuern im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 (TEUR 1.384, ohne den beschriebenen Sondereffekt von 10.813 TEUR und daraus resultierende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) aufgrund verbesserter Margen deutlich gesteigert wird. In den Folgejahren rechnet die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH weiterhin mit einer stetig wachsenden Geschäftsentwicklung bei einem nachhaltig positiven Unternehmensergebnis.

Die weitere Entwicklung der Gesellschaft ist wesentlich von den oben genannten Rahmenbedingungen abhängig. Deshalb kann die tatsächliche Entwicklung der Gesellschaft von den heutigen Erwartungen der Geschäftsführung abweichen.

München, den 18. November 2022

PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

Geschäftsführung

Mads Kirkegaard

Bilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA

31.12.2021 31.12.2020
Euro Euro Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 685.860,18
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 813.493,48
3. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.851,14 105.698,14
10.851,14 1.605.051,80
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 275.502,00 145.580,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 130.505,00 96.662,00
406.007,00 242.242,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 250.000,00 250.000,00
666.858,14 2.097.293,80
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 939.920,82 543.853,37
2. Unfertige Erzeugnisse 194.490,74 208.800,22
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 338.948,49 223.579,27
4. Geleistete Anzahlungen 26.704,57 10.220,00
1.500.064,62 986.452,86
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.318.920,71 1.465.458,77
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 13.868.126,53 1.596.813,52
davon gegen Gesellschafter: 13.534.081,03 Euro (Vorjahr: 7.500,00 Euro)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 605.045,32 56.390,68
15.792.092,56 3.118.662,97
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 851.422,10 888.322,22
18.143.579,28 4.993.438,05
C. Rechnungsabgrenzungsposten 36.565,07 33.475,20
18.847.002,49 7.124.207,05

PASSIVA

31.12.2021 31.12.2020
Euro Euro Euro
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 108.235,00 108.235,00
II. Kapitalrücklage 11.876.156,85 11.876.156,85
III. Verlustvortrag -8.920.854,08 -6.547.764,48
IV. Jahresüberschuss (Vj. Jahresfehlbetrag) 10.522.087,68 -2.373.089,60
13.585.625,45 3.063.537,77
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.675.235,20 0,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.296.962,00 1.037.542,26
2.972.197,20 1.037.542,26
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.303,25 5.515,40
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 29.130,52 31.609,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.155.767,24 942.771,32
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 635.077,01 1.923.099,95
davon gegenüber Gesellschaftern: 631.370,09 Euro (Vorjahr: 1.923.099,95 Euro)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 436.276,82 90.206,35
davon aus Steuern: 88.112,39 Euro (Vorjahr: 75.286,50 Euro)
2.265.554,84 2.993.202,02
D. Rechnungsabgrenzungsposten 23.625,00 29.925,00
18.847.002,49 7.124.207,05

Die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2021 erfolgte durch die Gesellschafterversammlung am 22. Dezember 2022.

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

2021 2020
Euro Euro Euro
1. Umsatzerlöse 17.997.101,40 10.443.199,85
2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 101.059,74 -18.395,51
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 113.829,59 83.327,92
4. Sonstige betriebliche Erträge 10.837.869,01 273.854,42
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 5.838.933,42 2.901.337,04
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 739.171,71 733.722,88
6.578.105,13 3.635.059,92
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.154.091,96 6.732.340,75
b) Soziale Abgaben 1.087.590,45 808.544,19
7.241.682,41 7.540.884,94
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 222.969,40 164.334,72
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.751.257,54 1.771.242,26
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2,96 388,20
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 58.524,56 43.942,64
davon an verbundene Unternehmen: 58.521,26 Euro (Vorjahr: 8.225,00 Euro)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.675.235,98 0,00
12. Ergebnis nach Steuern 10.522.087,68 -2.373.089,60
13. Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag) 10.522.087,68 -2.373.089,60

ANHANG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

München

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, München, wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches in der aktuellen Fassung sowie ergänzenden Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH ist beim Amtsgericht München im Handelsregister unter der Nummer HRB 189218 geführt und unterhält ihren Sitz in München.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf. Sie stellt ihren Jahresabschluss nach Maßgabe der für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften auf.

Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurde entsprechend § 266 Abs. 2 und 3 HGB bzw. § 275 Abs. 2 HGB vorgenommen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewandt.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibung, angesetzt. Die Herstellungskosten setzen sich aus den Einzelkosten, angemessenen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie dem Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst, zusammen. Als Nutzungsdauer werden zwischen drei und fünfzehn Jahre angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs-/Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden linear pro rata temporis über eine Nutzungsdauer zwischen drei und fünfzehn Jahren ermittelt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu 800 Euro werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Anteile an der 100%igen Tochtergesellschaft fos4X wind power technology Beijing Co. Ltd., Peking in China, werden mit den Anschaffungskosten, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen, bilanziert.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren wurden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt. Sofern die Marktwerte am Bilanzstichtag niedriger waren, kamen diese zum Ansatz.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten (Einzelkosten, angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst) bewertet, sofern nicht nach § 253 Abs. 4 HGB um noch anfallende Aufwendungen geminderte Verkaufswerte anzusetzen sind.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Für erkennbare Risiken sind Einzelwertberichtigungen vorgenommen worden. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine angemessene Pauschalwertberichtigung auf den nicht einzelwertberichtigten Netto-Forderungsbestand gebildet.

Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bilanziert.

Als aktive Rechnungsabgrenzung werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag gezeigt, sofern sie einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen werden in ausreichender Höhe mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Verbindlichkeiten werden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. In anderen Fällen werden eventuelle Kursverluste am Bilanzstichtag berücksichtigt.

Als passive Rechnungsabgrenzung werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag gezeigt, sofern sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Aktivierungswahlrecht nach § 274 HGB für latente Steuern wurde nicht ausgeübt.

III. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Im Geschäftsjahr sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 3.678.678,54 Euro angefallen. Davon wurden Entwicklungskosten in Höhe von 319.177,00 Euro aktiviert und betreffen im vollen Umfang die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände.

Unter den Finanzanlagen ist der Anteil an der folgenden Gesellschaft bilanziert:

Anteil Währung Eigenkapital 31.12.2021 Jahresergebnis 2021
fos4X wind power technology Beijing Co. Ltd. Peking (China). 100 % Euro 840.879 1 913.419

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten vollständig einzelwertberichtigte Forderungen in Höhe von 202.417,49 Euro (Vj. 202.417,49 Euro).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen in Höhe von 1.268.126,53 Euro (Vj. 1.596.813.,52 Euro) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, darüber hinaus betreffen sie eine Darlehensforderung.

Die ausgewiesenen Forderungen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

1 Stichtagskurs zum 31.12.2021: 0,138533 CNY/EUR

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 605.045,32 Euro (Vj. 56.390,68 Euro) beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen Personal (bis 1 Jahr) von 506.354,34 Euro und Kautionen in der Höhe von 46.084,58 Euro (Vj. 36.882,40 Euro), debitorische Kreditoren in der Höhe von 13.019,47 Euro (Vj. 37,49 Euro), Forderungen im Rahmen der sozialen Sicherheit in der Höhe von 11.053,50 Euro (Vj. 19.032,16 Euro) und Vorsteuer im Folgejahr abziehbar in der Höhe von 27.638,64 Euro (Vj. 0,00 Euro). Die darin enthaltenen sonstigen Forderungen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Für die Ausschüttung gesperrt im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB sind Beträge in Höhe von 0,00 Euro (Vj. 1.499.353,66 Euro).

Bei den sonstigen Rückstellungen handelt es sich um Rückstellungen für Personalkosten in der Höhe von 987.374,55 Euro (Vj. 869.158,62 Euro), Rückstellungen für Gewährleistungen in der Höhe von 89.981,56 Euro (Vj. 52.500,00 Euro), Rückstellungen für Abschluss und Prüfung in der Höhe von 37.650,00 Euro (Vj. 47.500,00 Euro) und Rückstellungen für Aufbewahrungspflicht in der Höhe von 7.810,00 Euro (Vj. 7.810,00 Euro) sowie übrige Rückstellungen in der Höhe von 174.145,89 Euro (Vj. 60.573,64 Euro).

Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen in voller Höhe (Vj. 0,00 Euro) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten für Lohn- und Kirchensteuer in der Höhe von 88.112,39 Euro (Vj. 68.476,92 Euro), Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt in der Höhe von 0,00 Euro (Vj. 14.782,43 Euro), Umsatzsteuer laufendes Jahr in Höhe von 0,00 Euro (Vj. 6.809,58 Euro), kreditorische Debitoren in der Höhe von 348.039,55 Euro (Vj. 115,20 Euro) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 124,88 Euro (Vj. 22,22 Euro).

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus dem Verkauf der immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von 10.813.428,66 Euro (Vj. 0,00 Euro), aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 22.653,74 Euro (Vj. 49.354,26 Euro) und Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1.786,61 Euro (Vj. 5.054,59 Euro) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 15.294,00 Euro (Vj. 16.728,00 Euro) sowie Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von 10.328,87 Euro (Vj. 3.689,62 Euro) enthalten.

V. Sonstige Angaben

1. Name und Sitz des Mutterunternehmens

Die Gesellschaft gehört dem Konsolidierungskreis der BJP Holdco AB, Stockholm, Schweden, an und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Dies ist der Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss der BJP Holdco AB ist im schwedischen Unternehmensregister (www.bolagsverket.se) unter der Registernummer 559261-2948.

Die Gesellschaft ist aufgrund von dem Unterschreiten der Größenkriterien gemäß § 293 Abs. 1 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit.

2. Mitarbeiter

Während des Geschäftsjahres wurden durchschnittlich 86 Arbeitnehmer beschäftigt. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

Anzahl
Gewerbliche Angestellte 9
Angestellte 75
Leitende Angestellte 2
Gesamt 86

3. Geschäftsführung

Die Geschäftsführung erfolgte durch Herrn Mads Kirkegaard, CEO PolyTech A/S, sowie durch Herrn Markus Schmid, Geschäftsführer (bis zum 1. Oktober 2021).

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3a HGB bestehen aus Mietverträgen in der Höhe von 502.498,80 Euro, wovon 251.249,40 Euro auf das Jahr 2022 und 251.249,40 Euro auf das Jahr 2023 entfallen.

5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Aufgrund des seit dem 24. Februar 2022 bestehenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine ergeben sich weltweite Unsicherheiten, die Geschäftsführung geht jedoch von keinen konkreten Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit aus. Weitere Ereignisse nach dem Ende des Geschäftsjahres 2021, die eine besondere Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben, sind nicht eingetreten.

6. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresüberschuss in Höhe von 10.522.087,68 Euro abzüglich des Verlustvortrags in Höhe von 8.920.854,08 Euro, somit einen Betrag in Höhe von 1.601.233,60 Euro, auf neue Rechnung vorzutragen.

München, 18. November 2022

PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

Mads Kirkegaard

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungs- / Herstellungskosten
Wert 01.01.2021 Zugang Abgang Umbuchung Wert 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 784.116,04 37.570,63 968.062,67 146.376,00 0,00
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 813.493,48 281.606,37 948.723,85 -146.376,00 0,00
3. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 162.466,44 0,00 126.454,00 0,00 36.012,44
1.760.075,96 319.177,00 2.043.240,52 0,00 36.012,44
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 216.096,62 185.379,12 58.062,85 0,00 343.412,89
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 426.810,55 95.042,41 12.387,69 0,00 509.465,27
642.907,17 280.421,53 70.450,54 0,00 852.878,16
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 250.000,00 0,00 0,00 0,00 250.000,00
2.652.983,13 599.598,53 2.113.691,06 0,00 1.138.890,60
Abschreibungen
Wert 01.01.2021 Zugang Abgang Wert 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 98.255,86 111.665,32 209.921,18 0,00
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 56.768,30 15.141,00 46.748,00 25.161,30
155.024,16 126.806,32 256.669,18 25.161,30
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 70.516,62 34.971,67 37.577,40 67.910,89
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 330.148,55 61.191,41 12.379,69 378.960,27
400.665,17 96.163,08 49.957,09 446.871,16
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
555.689,33 222.969,40 306.626,27 472.032,46
Bilanzwerte
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 685.860,18
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 813.493,48
3. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.851,14 105.698,14
10.851,14 1.605.051,80
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 275.502,00 145.580,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 130.505,00 96.662,00
406.007,00 242.242,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 250.000,00 250.000,00
666.858,14 2.097.293,80

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH , München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten-falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

München, den 18. November 2022

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Reitmayr, Wirtschaftsprüfer

Julius Pinckernelle, Wirtschaftsprüfer